Extrakorporale Stosswellenlithotrypsie (ESWL)

Sehr geehrte Patientin,
Sehr geehrter Patient,

mit diesem Schreiben informieren wir Sie über den weiteren Verlauf nach der Operation. 

Bei Ihnen wurde oder wird aufgrund eines Steinleidens eine Extrakorporale Stosswellentherapie (ESWL) durchgeführt. Hierbei soll der Stein durch Schallwellen unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle von außen zertrümmert werden; es handelt sich um eine „berührungslose“ und schonende Therapie. Dieses Verfahren wird regelmäßig in unserer Klinik durchgeführt. Unsere Geräte entsprechen dem neuesten Stand. 

Die möglichen Risiken, Komplikationen und Alternativen zum geplanten Eingriff werden wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch erklären und Ihr Einverständnis dokumentieren.

Wann kann dieses Verfahren angewendet werden?

Bei Steinen bis zu 1,5 cm in der Niere oder bis ca. 1 cm im Harnleiter. Je größer der Stein, umso eher werden mehrere Stosswellentherapien nötig, oder es muss eine Doppel-J-Schiene (DJ) eingelegt werden.
Abhängig von ihrer Zusammensetzung sprechen nicht alle Steine auf die ESWL an, in diesen Fällen werden wir Ihnen zu einer anderen Steintherapie raten.

Wie findet die Behandlung statt? 

In Rücken- oder Bauchlage wird unter Analgosedierung und Röntgen- oder Ultraschallkontrolle der Stein über einen Zeitraum von ungefähr 1 Stunde behandelt.

Am Folgetag wird nach Kontrollsonographie und -röntgen entschieden, ob eine weitere Therapie notwendig ist oder ob Sie entlassen werden können.

Was müssen Sie nach der Operation bis zur Entlassung beachten?

  • Sollte es keine Auffälligkeiten geben, werden Sie nach der Anwendung in Ihr Zimmer auf die Station zurückgebracht.
  • Nach einer Stoßwellentherapie ist etwas Blut im Urin (‚roséfarben‘) üblich und sollte Sie nicht beunruhigen.
  • Sie sollten sich in der folgenden Zeit viel bewegen und viel trinken. So sollen die zertrümmerten Steinreste aus dem Körper ausgeschwemmt werden.
  • Auf Station erhalten Sie vom Pflegepersonal einen Filter, mit dem Sie Ihren Urin im Verlauf sieben sollten. Eventuell können auf diese Weise Steinfragmente gesammelt werden und einer chemischen Analyse zugeführt werden.
  • Für die verschiedenen Steinarten gibt es verschiedene Präventionsmaßnahmen (siehe Infobroschüre).
  • Sie können am Abend des OP-Tages schon wieder trinken und essen.
  • Nehmen Sie Ihre eigenen Medikamente nach Besprechung mit der Pflegekraft selbst ein.
  • Blutverdünnende Medikamente (z.B. Aspirin, Marcumar) dürfen Sie bei einer evtl. notwendigen erneuten ESWL nicht nehmen.
  • Sollten Sie Schmerzen haben, so fragen Sie bitte nach Schmerzmitteln.
  • Die Entlassung erfolgt in der Regel am 2. Tag nach der Stosswellenbehandlung.

Wie geht es nach der Entlassung zu Hause weiter?

  • Suchen Sie Ihren überweisenden Urologen auf, damit er Kenntnis von Ihren Befunden nach der Operation hat.
  • Eine evtl. einliegende Harnleiterschiene muss nach spätestens 6 Monaten entfernt werden (die empfohlene Liegezeit ist im Entlassbrief dokumentiert).

Am letzten Tag Ihres stationären Aufenthaltes verlassen Sie unsere Station mit einem Entlassbrief. Er enthält alle wichtigen Informationen für Ihren Urologen und/oder Hausarzt, bei denen Sie sich kurzfristig zur Kontrolle vorstellen und den Entlassbrief abgeben sollten, da der Arztbrief auch eine Empfehlung für die weitere Diagnostik bzw. Therapie enthält. Es ist möglich, dass Sie bei Entlassung einen vorläufigen Arztbrief erhalten, in dem einige Angaben noch fehlen (z. B. das Ergebnis der Steinanalyse). Bei der Entlassung wird ihr Stationsarzt Ihre Fragen zum weiteren Vorgehen beantworten. Dieses können Sie auf dem Formular „Haben Sie Fragen zu Ihrer Entlassung“, welches Ihnen bei der Aufnahme ausgehändigt wird, vorab formulieren. Sobald alle Angaben vorliegen, bekommt Ihr Urologe oder Hausarzt einen endgültigen Brief zugesendet.

Bei akuten Problemen wenden Sie sich bitte an Ihren niedergelassenen Arzt oder unsere Ambulanz (Aufzug B2, Ebene 2). Ab 15:30 Uhr und an Wochenenden/Feiertagen erreichen Sie den diensthabenden Urologen über die allgemeine Notaufnahme. 

Sollten nach der Entlassung Fragen auftauchen, bitte zögern Sie nicht, uns auf Station zu kontaktieren. 

Wir wünschen für die Genesung alles Gute und stehen Ihnen im medizinischen Notfall Tag und Nacht, auch nach Ihrer Entlassung, jederzeit zur Verfügung.

Ihr
Prof. Dr. Trojan
und das Team der Klinik für Urologie

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