Feigwarzen

Genitalwarzen, Kondylome, Condylomata accuminata

Feigwarzen sind gutartige Hautwucherungen. Sie sind meist Stecknadelkopf-groß rötlich, bräunlich oder grau-weißlich gefärbt. Kondylome besiedeln den Genital- oder Afterbereich meist in größerer Anzahl auf und liegen dicht beieinander. Genitalwarzen entstehen in Verbindung mit einer Entzündung durch das humane Papilloamvirus (HPV). Neben der Infektion mit Herpes oder Chlamydien stellt sie die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung dar. Da kein Zusammenhang mit Körperflüssigkeiten besteht, ist der Übertragungsschutz durch das Verwenden von Kondomen nicht vollständig ausreichend, das Infektionsrisiko kann jedoch deutlich gesenkt werden.

Weltweit erkranken etwa 30 Millionen Menschen pro Jahr neu an Genital- oder Feigwarzen. Das Risiko, im Laufe des Lebens mindestens eine Infektion durch HPV zu erleiden wird mit etwa 70% angenommen. Viele Menschen tragen humane Papillomaviren in sich, haben jedoch keine Beschwerden und bekommen auch keine Feigwarzen.

Vom den bekannten Subtypen des humanen Papillomvirus führen etwa 30 zu Infektionen im Genital- oder Analbereich. Man unterscheidet hierbei die Typen mit einem niedrigen Risiko von den so genannten Hochrisiko-Typen. Über 90% der Genitalwarzen werden durch Niedrigrisiko-Typen, in erster Linie HPV 6 und 11, verursacht. Bei diesen Typen besteht nur selten eine Verbindung mit einer bösartigen Veränderung im Genitalbereich. Zu den Hochrisiko-Typen zählen vor allem HPV 16, 18, 31, 33 und 35. Auch diese können Genitalwarzen verursachen, problematisch bei diesen Subtypen ist jedoch die Verbindung zu bösartigen Veränderungen des Gebärmutterhalses, des Afters sowie des Penis.

Symptome

Normalerweise rufen Kondylome keine Schmerzen oder andere Beschwerden hervor. Faktoren, die das Auftreten der Warzen begünstigen sind Feuchtigkeit, Entzündungen und Hautverletzungen. Feigwarzen entstehen eher, wenn das Immunsystem geschwächt ist, da sich die Viren in diesem Fall stärker vermehren können.

Zu Beginn liegen flache, einzelne oder beetartig auftretende kleine Knötchen (Papeln) vor, die häufig vom Patienten noch nicht erkannt oder als nicht bedeutsam angesehen werden. Aus diesen Knötchen entstehen im Verlauf durch Größenwachstum rötliche oder weißliche blumenkohl- oder hahnenkammartige Gebilde. Typische Lokalisationen der Kondylome sind Schamlippen, Scheide, Penis, Harnröhre, Analkanal, Enddarm und in seltenen Fällen der Gebärmutterhals. Die Warzen selber sind nicht schmerzhaft, können jedoch aufgrund ihrer Lokalisation zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr führen. Bei Warzen im Harnröhrenbereich kann es zu Blutungen aus der Harnröhre kommen. Vereinzelt treten allerdings Juckreiz, Brennen und vermehrter Ausfluss auf.

Weiterhin ist zu beachten, dass die Kondylome als sehr infektiös anzusehen sind und somit ein rasches Fortschreiten der Warzenbildung zu beobachten ist.

Diagnostik

In aller Regel lassen sich Feigwarzen aufgrund ihres typischen Erscheinungsbildes diagnostizieren. Um das Ausmaß der Erkrankung einschätzen zu können bzw. wenn die Blickdiagnose nicht eindeutig ist, kann der sogenannte „Essigsäuretest“ durchgeführt werden. Hierbei werden die betroffenen Hautareale mit 3-5%iger Essigsäure bestrichen: unter dieser Behandlung färben sich Condylome weiß an. Der Test ist schmerzlos. Allerdings kann durch diesen Test der Ausschluss oder die Bestätigung einer HPV- Infektion nicht erfolgen. Letztendlich sichert eine Gewebeprobe im Rahmen der Entfernung der Warzen die Diagnose.

Da sich Feigwarzen auch auf Schleimhäuten bilden können, gehört zur Diagnostik grundsätzlich eine Untersuchung des Analbereiches sowie ggf. die Spiegelung der Harnröhre, der Vagina und des Analkanals.

Therapie

Für die Therapie der Feigwarzen stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Bei der Wahl der Behandlungsmaßnahme sollte grundsätzlich die Größe und Lokalisation der Warzen berücksichtigt werden.

medikamentös

  • lokale Verätzung (mit z. B. Salicylsäurelotionen, Trichloressigsäure oder Silbernitrat)
  • zytostatische (zellwachstumhemmende) lokale Therapie mit Podophyllotoxin oder 5Fluorouracil
  • immuntherapeutische lokale Therapie (Interferon, Imiquimod)

operativ

  • Vereisung der Kondylome (Kryotherapie)
  • Entfernung der Kondylome durch Elektrokoagulation oder Laser
  • Entfernung der Hautveränderungen durch eine Schnittoperation

Grundsätzlich sollte unabhängig vom Behandlungsverfahren der therapeutische Erfolg im Verlauf kontrolliert werden, da durch keines der Verfahren eine dauerhafte Heilung garantiert werden kann.

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